Workshop-Tipp: Die optimale Gruppengröße für Gruppenarbeit

Eine Gruppe Tiere

Damit in einem Workshop die Gruppenarbeit gut funktioniert, ist die richtige Gruppengröße wichtig. Sind die Gruppen zu klein, können sie nicht gut arbeiten. Und sind die Gruppen zu groß, können sich nicht alle Teilis beteiligen, und die Gruppenarbeit fühlt sich für die unnötig an.

Welche Gruppengröße ist jetzt für welche Art Aufgabe am besten?

Methodenspezifische Gruppen
Es gibt Methoden oder Übungen, die eine ganz bestimmte Gruppengröße erfordern. Beim kontrollierten Dialog benötigt man beispielsweise immer Dreiergruppen (und ein oder zwei Vierergruppen, falls es sonst nicht aufgeht).

Einzelarbeit
ist die richtige Gruppengröße, wenn die Teilis die Aufgaben gut alleine hinbekommen. Wenn man für solche Art Aufgaben trotzdem Gruppenarbeit benutzt, fühlt sich die Gruppenarbeit künstlich und nach Arbeitsbeschaffungsmaßnahme an.

Zweiergruppen
sind die richtige Gruppengröße, wenn die Aufgaben so schwierig sind, dass einzelne Teilis sie nicht gut bearbeiten können. Wenn jemand feststeckt, kann das andere Gruppenmitglied helfen. Außerdem können sich die beiden Teilis gegenseitig korrigieren und Feedback geben. Die Aufgaben sollten aber nicht auf verschiedene Erfahrungen und Perspektiven aufbauen.

Dreier- und Vierergruppen
sind die richtige Gruppengröße, wenn es für die Aufgabe wichtig ist, dass die Teilis ihre unterschiedlichen Expertisen, Erfahrungen und Sichtweisen einbringen können.

Größere Gruppen
sind für Gruppenarbeit fast immer ungeeignet.

Workshop-Tipp: Spielregeln für Workshops

Dies ist der erste Teil einer Serie von Artikeln mit Tipps zu Workshops.

Zu Anfang eines Workshops vereinbare ich mit den TeilnehmerInnen immer ein paar Regeln. Ich stelle die Regeln kurz vor, frage dann, ob alle damit einverstanden sind (war bisher immer so) und spreche es dann kurz aus, dass die Regeln tatsächlich für alle okay sind.

Plakat mit Workshop-Spielregeln

Plakat mit den Spielregeln eines Train-the-Trainer-Workshops

Es gibt keine dummen Fragen
Ich möchte, dass die Teilis möglichst viel auf meinem Workshop lernen. Dazu gehört, dass sie keine Angst haben, Fragen zu stellen. Deswegen erkläre ich ihnen:

Es gibt keine dummen Fragen, sondern nur Erklärungen, die nicht zu dem passen, was ihr gerade an Erklärungen braucht und was ihr bisher schon wisst. Und es gibt Fragen, die halt gestellt werden müssen, und irgendjemand muss sich dann der Frage erbarmen und sie einfach stellen.

die Joker-Regel
Ziel des Workshops ist, dass alle gut lernen und arbeiten können und sich wohlfühlen.

Jede und jeder von euch hat nicht nur das Recht, sondern die Pflicht, einen Joker einzusetzen, wenn euch irgendetwas vom optimalen Lernen und Arbeiten abhält: Es ist zu kalt, es ist zu warm, die Stimmung in der Gruppe ist komisch, ich brauche eine Klopause, es geht mir gerade zu schnell, ich brauche eine Zigarettenpause …
Dabei braucht ihr mit euren Jokern nicht hauszuhalten – ihr habt so viele Joker, wie ihr braucht.

Bei Workshops, die sehr materialintensiv sind, habe ich zusätzlich noch …
Die Butler-Regel

Jede und jeder ist der anderen Personen Butler und hilft mit, wenn etwas aufzubauen, umzubauen oder aufzuräumen ist. Und ihr dürft euch natürlich auch gegenseitig gerne einen Kaffee bringen.

Die restlichen Regeln sind speziell für Train-the-Trainer-Workshops:
Lass dich darauf ein und sei neugierig!
Diese Regel ist speziell bei Workshops wichtig, bei denen die Teilis neue und möglicherweise auf den ersten Blick etwas seltsame Methoden und Übungen ausprobieren sollen.

Bring dich und deine Ideen ein!
Diese Regel ist hilfreich bei Workshops, auf denen die Teilis gegenseitig von ihren Erfahrungen profitieren können. Dies ist eine sehr schöne Wertschätzung der Expertise, die die Teilis schon mitbringen. Außerdem hilft es den Leuten, die schon mehr wissen, durch das Lehren noch mehr zu lernen („Lernen durch Lehren“).

Nimm mit, soviel du tragen kannst!
Ein Train-the-Trainer-Workshop ist ziemlich meta: Die Methoden, mit denen ich arbeite, sind gleichzeitig Beispiel für Methoden, die man auf Workshops benutzen kann. Diese Regeln erinnert die Teilis daran, auch immer mit diesem speziellen Blick auf die Methoden zu schauen.