Workshop-Tipp: Fahrplan-/Agenda-Plakat

Ich empfehle, bei Workshops den Fahrplan (die Agenda) immer auf ein Plakat zu malen und an die Wand zu hängen — auch wenn der Workshop ansonsten größtenteils mit dem Beamer als Präsentationsmedium arbeitet.

Workshop-Fahrplan auf einem Plakat

Den Ablauf auf einem Plakat zu haben, bietet mehrere Vorteile:

  1. Der Fahrplan ist immer sichtbar. Dadurch haben die TeilnehmerInnen immer die Möglichkeit, sich im Zeitplan zu orientieren. Außerdem können sie so vor dem Tagesfeedback den Tag Revue passieren lassen.
  2. Der Fahrplan hängt gleichzeitig zu den anderen Präsentationen. Dadurch können die TeilnehmerInnen die Agenda auch dann sehen, wenn auf dem Beamer oder der Moderationspinnwand gerade andere Inhalts zu sehen sind.
  3. Der Fahrplan lässt sich schnell ändern. Nachdem ich den Fahrplan am Anfang des Workshops vorgestellt habe, frage ich immer, ob es Anmerkungen oder Fragen zum Zeitplan gibt. Die gibt es tatsächlich ab und zu. (Und manchmal vergesse ich auch einfach mal etwas.) So kann ich den Zeitplan leicht mit einem Moderationsmarker ergänzen, ändern und auch im Laufe des Workshops anpassen.

Ich halte den Zeitplan auf dem Plakat dabei so allgemein, dass ich Kleinigkeiten ändern oder umstellen kann, ohne dass ich dafür direkt etwas auf dem Plakat zu malen brauche. (Mein eigener Zeitplan ist viel detaillierter als der auf dem Plakat.)

Workshop-Tipp: Entscheidungen mit der Gruppe fällen

Ampel in London

Bei Workshops sind ab und an organisatorische Entscheidungen mit der Gruppe zu fällen: Wann gehen wir essen, welche Übung machen wir zuerst, welche beiden Themen behandeln wir heute …

Wenn ich als ReferentIn (und dadurch die Person, die für den Prozess verantwortlich ist) die Entscheidung nicht komplett selbst fällen möchte, sondern zusammen mit der Gruppe (damit sich alle gehört fühlen), habe ich einige Möglichkeiten:

Die Gruppe diskutieren und entscheiden lassen
Das funktioniert erfahrungsgemäß nicht gut, weil das Vorgehen nicht explizit ist und auch nicht sicher gestellt ist, dass alle ausreichend zu Wort kommen. Dadurch kommt die Gruppe entweder zu gar keiner Entscheidung, oder die Gruppe fällt irgendwann eine halbgare Entscheidung, damit die Diskussion endlich beendet ist.

Mehrheitsentscheidung mit mehreren Optionen
So geht die Entscheidung sehr schnell. Allerdings erzeugt dieses Vorgehen eine unglückliche Minderheit (wenn die Entscheidung nicht einstimmig gefallen ist), die sich dessen bewusst ist, dass ihre Bedürfnisse gerade übergangen wurden.

Vorschlag machen und das Okay von der Gruppe holen
Dies ist das Modell, das ich bevorzuge. Ich schlage sehr konkret etwas vor und hole mir danach das explizite Okay von der Gruppe:

Ich schlage vor, dass wir um 13 Uhr essen gehen. Wäre das für alle okay?

Danach schaue ich in die Runde, ob alle nicken (oder neutral schauen), und mache das dann für alle transparent:

Das scheint für alle okay zu sein. Dann machen wir das so!

Wenn stattdessen jemand den Kopf schüttelt oder protestiert, kann ich die Person dann nach ihren Bedenken und Wünschen fragen, und dann entweder einen anderen Vorschlag machen oder die Gruppe moderiert kurz diskutieren lassen.
Dadurch fühlen sich alle in ihrer Meinung wahrgenommen, alle haben die Möglichkeit, ihre Bedenken zu äußern, und niemand fühlt sich überstimmt.